Reisen Australien


12. Februar 2009

Uluru / Ayers Rock

Kategorie: Reiseabschnitte – admin – 16:12


Für manche ist es nur ein Felsen im Uluru-Tjuta-Nationalpark. Für die australischen Ureinwohner, in deren Besitz sich das Gebiet befindet, stellt der Uluru ein Heiligtum dar; einen magischen Ort, der untrennbar mit ihrer Religion verbunden ist.

Das klingt nach Konflikten? So ist es. Deshalb sollte man sich als Besucher mit der faszinierenden Geschichte dieses Ortes beschäftigen und seine Wirkung bewusst wahrnehmen.

Entstanden ist die leuchtend rote Felsformation vor über 800 Millionen Jahren aus Schlamm, Geröll und Eisen, welches für die Färbung verantwortlich ist. Unter Druck verdichtete sich das Gemisch und versank im Erdboden. Später schob sich die Spitze wieder an die Oberfläche. Der sichtbare Teil überragt die umgebende Wüste um 350 Meter, ist rund drei Kilometer lang und zwei Kilometer breit.

Auf den Namen Name Ayers Rock wurde der Urulu erst 1873 getauft, nach dem südaustralischen Premierminister Sir Henry Ayers. Seitdem werden die Anangu auch Aborigines genannt. Laut deren Religion verhält es sich mit dem Felsen ganz anders, als die Geologen glauben. Seine Formgebung wird in den mehrere zehntausend Jahre alten Traumzeit-Geschichten erklärt. Hinter diesem esoterisch klingenden Begriff verbirgt sich die aus vielen Mythen bestehende Schöpfungsgeschichte der Anangu-Religion. Der Uluru-Mythos schildert die Kämpfe zwischen Giftschlangen-Menschen und Teppichschlangen-Menschen, die Bedeutung der Regenbogenschlange und vieler weiterer Figuren, die an der Entstehung der Natur und des Uluru beteiligt gewesen sein sollen. Diese Religion gilt es zu respektieren, wenn man sich dem Uluru nähert.

Mit Kletterkunst und gebührendem Respekt zum Gipfel

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25 AU-Dollar pro Person für eine Dreitageskarte. Übernachten darf man hier nicht, dafür gibt es im 15 Kilometer entfernten Yulara zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten von preiswert bis luxuriös.

Die Anangu gestatten Besuchern das Besteigen des Berges, missbilligen es aber. Verhalten Sie sich deshalb bitte so respektvoll, als würden Sie den Petersdom in Rom betreten. Oder eine Moschee in Mekka. Belohnt wird man für die Kletterpartie mit einem beeindruckenden Ausblick in den Outback.

Ganz wichtig: Der Aufstieg ist gefährlich. Im Hochsommer sollten Sie vor 8 Uhr damit beginnen. Es kommt auch immer wieder zu tödlichen Unfällen, wenn das Wetter abrupt umschlägt. So kann es passieren, dass Sie bei Sonnenschein starten, aber am Gipfel von Regenwolken empfangen werden. Beginnt es erst einmal zu regnen, ist der Abstieg fast unmöglich, der Stein wird lebensgefährlich glatt. Der letzte Schrei unter Australien-Fans ist übrigens ein T-Shirt mit der Aufschrift „I did NOT climb Ayers Rock!“… - Denn ein echter Australien-Fan besteigt diese heilige Stätte nicht - sie würden ja auch nicht auf das Dach einer Kirche oder einer Moschee klettern - oder etwa doch?

Die Alternative: eine Wanderung auf den Spuren der Traumzeit

Sie möchten den Berg nicht besteigen, sondern lieber umrunden? Das bedeutet eine ca. 10 Kilometer lange Wanderung, ist aber hochinteressant. Sie führt vorbei an heiligen Wasserbecken, bizarren Felsformationen und Höhlen. Obwohl die Bilder und Mythen der Traumzeit mündlich überliefert werden, befinden sich in einigen Höhlen Felszeichnungen. Das Fotografieren ist strengstens verboten. Wer es dennoch tut, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen.

Im Mai 2006 bekam der Mythos Urulu eine neue Dimension, denn: Der magische Berg hat einen Zwilling! Vor der Küste Australiens wurde auf dem Meeresgrund im Frühjahr 2006 ein Felsen entdeckt, der in Form und Größe ein verblüffend genaues Abbild des Uluru zu sein scheint…

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